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Endlager Konrad (Link zur Startseite)


Verantwortung übernehmen - Endlagerung in Konrad

Im Koalitionsvertrag haben sich die Regierungsparteien bereit erklärt, "die Laufzeiten deutscher Kernkraftwerke unter Einhaltung der strengen deutschen und internationalen Sicherheitsstandards zu verlängern". Unabhängig von der Laufzeit der gegenwärtig betriebenen Kernkraftwerke wird das Erbe der Atomenergienutzung die Menschen noch sehr lange beschäftigen. Dies gilt besonders für die Endlagerung von radioaktiven Abfällen.

Bereits vor der Abschaltung der letzten Kernkraftwerke benötigt Deutschland ein Endlager für die schwach- und mittelradioaktiven Abfälle. Für diese Abfälle, die hauptsächlich beim Betrieb und Rückbau von Atomkraftwerken, aber auch in der Forschung, der Industrie und in sehr geringen Mengen in der Medizin anfallen, brauchen wir eine dauerhaft sichere Entsorgungsmöglichkeit im tiefen geologischen Untergrund.

Ende 2008 lagerten über 94.000 Kubikmeter radioaktive Abfälle mit vernachlässigbarer Wärmeentwicklung in Zwischenlagern und Landessammelstellen. Die Endlagerung radioaktiver Abfälle ist in Deutschland eine staatliche Aufgabe, die nicht von wirtschaftlichen Interessen wie Kostenreduzierung und Gewinnmaximierung geleitet werden darf. Die Sicherheit muss im Vordergrund stehen. Errichtung und Betrieb von Endlagern für radioaktive Abfälle sind dem Bundesamt für Strahlenschutz übertragen worden.

Die Entsorgungspolitik der Bundesrepublik geht vom Grundsatz der Endlagerung als nationaler Aufgabe aus: Radioaktiver Abfall aus Deutschland darf nicht in andere Staaten exportiert werden. Dementsprechend sollen auch keine radioaktiven Abfälle nach Deutschland importiert werden. Solange von den Abfällen eine Gefahr ausgeht, müssen sie sicher gelagert und überwacht werden. Das Bundesamt für Strahlenschutz teilt daher die Auffassung vieler Expertinnen und Experten, dass es ein sicherer Weg ist, die radioaktiven Abfälle in ein abgeschlossenes System, weit weg von der Biosphäre zu bringen. Mit dem genehmigten Endlager Konrad – einem ehemaligen Eisenerzbergwerk in Salzgitter – haben wir ein solches System.

Das Endlager Konrad wurde 2002 durch das niedersächsische Umweltministerium nach einem 20 Jahre dauernden Planfeststellungsverfahren genehmigt. Seit dem 26. März 2007 ist die Konrad-Genehmigung auch höchstrichterlich bestätigt. An diesem Tag hat das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig letztinstanzlich Anträge gegen das Endlager Konrad zurückgewiesen. Das umfangreiche Genehmigungsverfahren und die gerichtlichen Überprüfungen bestätigen: Konrad ist als Endlager für schwach und mittelradioaktive Abfälle geeignet.

Das Endlager Konrad unterscheidet sich von den bisherigen Endlagerprojekten in Deutschland. Es ist das erste Endlager, das nach Atomrecht genehmigt wurde. Morsleben wurde in einem undemokratischen Staat ohne entsprechende Öffentlichkeitsbeteiligung errichtet, die Schachtanlage Asse wurde ebenfalls ohne Öffentlichkeitsbeteiligung als Forschungsbergwerk eingerichtet und nach Bergrecht und Strahlenschutzverordnung betrieben. Ein weiterer wichtiger Unterschied zwischen den Anlagen Morsleben und Asse sowie dem Endlager Konrad ist die Geologie. Konrad war ursprünglich ein Eisenerzbergwerk, das nur kurze Zeit betrieben wurde. Es weist also nicht den hohen Nutzungsgrad alter Salzbergwerke auf, die wie Morsleben und Asse zur Endlagerung radioaktiver Abfälle genutzt wurden. Zudem wird im Endlager Konrad nicht in alten Abbauhohlräumen gelagert, sondern alle Einlagerungsstrecken werden neu aufgefahren. Die Erzvorkommen befinden sich 800 bis 1300 Meter tief unter der Erdoberfläche und sind ungewöhnlich trocken. Eine bis zu 400 Meter dicke Decke aus tonhaltigen Schichten dichtet die Grube gegen Grundwasser und auch gegen den über dem Bergwerk liegenden Zweigkanal Salzgitter ab.

Viele Bürgerinnen und Bürger stehen dem Endlager Konrad jedoch skeptisch gegenüber und fürchten negative Folgen. Das Bundesamt für Strahlenschutz nimmt die Sorgen der Bevölkerung ernst, insbesondere weil es sich um Abfälle handelt, die für sehr lange Zeiten sicher gelagert werden müssen.

Fehler, die bei anderen Endlagerprojekten in der Vergangenheit gemacht wurden, sollen sich nicht wiederholen – dafür steht das Bundesamt für Strahlenschutz in der Verantwortung. Der Koalitionsvertrag unterstreicht die Bedeutung von Transparenz bei Fragen der Endlagerung. Dass das Bundesamt diese Verantwortung ernst nimmt, zeigen der Umgang mit den Altlasten Morsleben und Asse und die Genehmigungen der Zwischenlager an den Kernkraftwerksstandorten. Das Bundesamt für Strahlenschutz wird sich daher auch in Zukunft verantwortungsvoll mit allen Sicherheitsfragen auseinandersetzten und die Situation kontinuierlich bewerten.

In diesem Sinne gestaltet das Bundesamt auch die Öffentlichkeitsarbeit für das geplante Endlager Konrad. Die Konrad-Homepage ist ein Beitrag zur offenen Kommunikation zum künftigen Endlager. Hier finden Sie Antworten auf die wichtigsten Fragen, aber auch tiefergehende Informationen in der Expertennavigation. Die Microsite veranschaulicht die Anlieferung der radioaktiven Abfälle, Einlagerungsabläufe und vieles mehr durch Animationen und Filmausschnitte. Sollten dennoch Fragen offen bleiben, stehen die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Bundesamtes für Strahlenschutz in INFO KONRAD in der Chemnitzer Straße 27 in Salzgitter-Lebenstedt, unter 05341 / 867 3099 oder per E-Mail: info@endlager-konrad.de auch persönlich Rede und Antwort.

Neben Informationen bietet die Konrad-Homepage Ihnen aber auch die Möglichkeit, Ihre Meinung im Bürgerforum zu sagen. Alle – insbesondere Befürworter und Kritiker – sollen hier zu Wort kommen. Das Bundesamt für Strahlenschutz steht Ihren Argumenten offen gegenüber.

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