Wie die Biosphäre vor dem radioaktiven Abfall geschützt wird.
Deutschland hat sich für eine wartungsfreie, zeitlich unbefristete und sichere Endlagerung radioaktiver Abfälle in tiefen, stabilen geologischen Formationen entschieden. Nachfolgenden Generationen soll nicht zugemutet werden, sich weiter um den eingelagerten Abfall kümmern oder ihn gar wieder ans Tageslicht zu holen und anderweitig entsorgen zu müssen.
Modell der Einlagerungsschichten und des Deckgebirges
Endlager in tiefen, geologischen Schichten wie das Endlager Konrad befinden sich mehrere hundert Meter unter der Erdoberfläche und sind von der Biosphäre über lange Zeiten isoliert. Stabile geologische Formationen bedeutet unter anderem erdbebensicher; isoliert von der Biosphäre heißt, dass zum Beispiel keine radioaktiven Stoffe ins Grundwasser gelangen können. Der Standort des Endlagers Konrad weist eine für ein Endlagerbergwerk sehr günstige geologische Situation auf.
In etwa 800 bis 1.300 Metern Tiefe befinden sich die eisenerzhaltigen Gesteinsschichten, die das sogenannte Wirtsgestein bilden. Dort werden die Einlagerungsfelder des Endlagers entstehen. Oberhalb der eisenhaltigen Gesteinsschichten befindet sich eine etwa 400 Meter dicke Tonschicht, die wasserundurchlässig ist. Das heißt, der Einlagerungsbereich des Endlagers Konrad hat keine hydraulisch wirksame Verbindung zum oberflächennahen Grundwasser.
Diese natürliche Barriere gewährleistet die Isolation des radioaktiven Abfalls von der Biosphäre.
Für das Endlager Konrad sind insgesamt elf Einlagerungsfelder genehmigt worden, die aber nicht alle gebraucht werden. Das Endlager soll 2014 für den Einlagerungsbetrieb bereit sein. Bis dahin wird zunächst nur das Feld 5.1 in rund 800 Meter Tiefe aufgefahren und damit als Einlagerungsort nutzbar sein. Die 800 Meter-Sohle ist dabei ebenso sicher wie die 1300 Meter-Sohle. Über beiden befindet sich die bis zu 400 Meter dicke Tonschicht als entscheidende Barriere. Aus betrieblichen Gründen ist es sinnvoll, im Feld 5.1 mit der Einlagerung der radioaktiven Abfälle zu beginnen, da die Wege vom Schacht 2 zu diesem Einlagerungsfeld kurz sind.
Schematische Darstellung der Einlagerungskammern eines Einlagerungsfeldes.
63.000 Kubikmeter radioaktive Abfälle mit vernachlässigbarer Wärmeentwicklung haben im Teilfeld 5.1 Platz. Verbleibende Hohlräume werden mit einer speziellen Betonmischung verfüllt und anschließend verschlossen. Je nach Bedarf werden Einlagerungskammern in den Einlagerungsfeldern aufgefahren, jedoch nur solange, bis die durch den Planfeststellungsbeschluss zugelassene Menge von maximal 303.000 Kubikmeter erreicht ist. Das wird etwa 2040 der Fall sein.
Wenn Sie mehr über die Endlagerung radioaktive Abfälle mit vernachlässigbarer Wärmeentwicklung wissen möchten, können Sie sich hier vertiefende Informationen als PDF herunterladen oder klicken Sie auf Experteninformationen!






