Wie aus dem Erzbergwerk das Endlager wurde.
In den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts entdeckte man bei Erdölbohrungen in der Nähe von Salzgitter eine größere Eisenerzlagerstätte. Aber erst 1957 veranlasste die Salzgitter Erzbergbau AG das Abteufen von Schacht Konrad 1 und 1960 von Schacht 2. Beide Schächte wurden im Januar 1963 unterirdisch verbunden und ab 1965 wurde Eisenerz abgebaut. 6,7 Millionen Tonnen Erz wurden insgesamt bis 1976 gefördert. Dann stellte man die Erzförderung wegen Unrentabilität ein.
Abteufen an Konrad 1 im Jahr 1958.
Da die Stilllegung der Grube aus wirtschaftlichen Gründen abzusehen war, schlug der damalige Betriebsrat dem Bund vor, diese auf ihre Eignung als Endlager für radioaktive Abfälle zu untersuchen. Von 1975 bis 1982 untersuchte die damalige Gesellschaft für Strahlen- und Umweltforschung (heute: Helmholtz Zentrum München) das Grubengebäude.
Die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB), als die für die Endlagerung zuständige Behörde vor Gründung des Bundesamtes für Strahlenschutz, stellte daher 1982 den Antrag auf Einleitung eines Planfeststellungsverfahrens.
10 Jahre später (1992) kam es zum 75-tägigen Erörterungstermin. Rund 290.000 Einwendungen erfolgten von Bürgerinnen und Bürgern, den Kommunen Salzgitter, Braunschweig und Wolfenbüttel sowie den Verbänden Greenpeace, BUND und einigen Bürgerinitiativen. Diese wurden vom Bundesamt für Strahlenschutz zu 950 Sachthemen zusammengefasst. 2002 erteilte das Niedersächsische Umweltministerium den Planfeststellungsbeschluss.
2007, über 30 Jahre nach den ersten Voruntersuchungen und 5 Jahre nach dem Planfeststellungsbeschluss, wurde dieser höchstrichterlich bestätigt. Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig wies die Beschwerden gegen die Nichtzulassung der Revision in den Urteilen des Oberverwaltungsgerichts Lüneburg ab. Damit steht der Umsetzung des Planes nichts mehr im Wege. Die Zulassung des Hauptbetriebsplanes vom Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie Niedersachsen im Januar 2008 ermöglicht die notwendigen bergmännischen Arbeiten und stellt somit einen notwendigen Schritt für die Umrüstung der Schachtanlage Konrad zu einem Endlager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle dar.
2014 soll die Umrüstung des Endlagers fertig gestellt sein.
Wenn Sie mehr über die historische Entwicklung des Endlagers Konrad wissen möchten, können Sie sich hier vertiefende Informationen als PDF herunterladen oder klicken Sie auf Experteninformationen!







